Am 14. Juni 2026 ist unser lieber Freund und politischer Weggefährte Dr. med. Jürgen Fegeler verstorben. Bewegende Kraft all seiner Aktivitäten waren ein unerschütterliches humanitäres Ethos und ein tiefes Bewusstsein für globale und soziale Gerechtigkeit. Seine Empathie öffnete Türen, während sein scharfer Verstand stets den Ursachen von gesellschaftlichen Missständen auf den Grund ging – Analyse und medizinisches wie politisches Handeln wurden von ihm immer zusammen gedacht.
Als promovierter Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie bewegte er sich jahrzehntelang im Spannungsfeld zwischen individueller Heilung und gesellschaftlicher Verantwortung. Sein Engagement ging weit über die Praxisräume hinaus. Er verstand Gesundheit als ein Menschenrecht, das untrennbar mit politischen Rahmenbedingungen verknüpft ist. Folgerichtig wandte er sich Initiativen zu, die das Gemeinwohl und die Würde des Einzelnen radikal in den Mittelpunkt stellten. Sein Blick war stets international: Im Rahmen seines jahrzehntelangen Wirkens bei der IPPNW (Internationale Ärztinnen für die Verhütung des Atomkrieges) – der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten medizinischen Friedensorganisation – setzte er sich leidenschaftlich für gerechte Gesundheitssysteme, atomare Abrüstung, zivile Konfliktlösungen und gegen die weltweite Militarisierung ein.
Den Berliner Wassertisch und seinen Förderverein hat Jürgen über viele Jahre hinweg mit großem Herzen, solidarischem Geist und intellektueller Schärfe unterstützt. Mit dem Berliner Wassertisch erstritt und organisierte er den erfolgreichen Wasser-Volksentscheid, der zur Offenlegung der Geheimverträge und der Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe führte. Auch im Kampf gegen den entfesselten Finanzkapitalismus brachte er sich aktiv ein. Gemeinsam mit Ulrike Kölver gehörte Jürgen zum Organisationsteam des Berliner BlackRock-Tribunals und der BlackRock-Konferenzen. Es war ihm ein tiefes Anliegen, die zerstörerische Macht globaler Finanzkonzerne auf alle Lebensbereiche offenzulegen und die Politik für die massive, ungerechte Umverteilung gesellschaftlicher Ressourcen in die Verantwortung zu nehmen. Für ihn war der Schutz der Gemeingüter, der Daseinsvorsorge und der Umwelt elementarer Teil des demokratischen Kampfes, der Widerstand gegen Konzerninteressen und die Verteidigung öffentlicher Ressourcen gehörten für ihn zusammen. In den letzten Jahren konzentrierten sich seine Aktivitäten zudem auf die fundamentale Bedrohung unserer Lebensgrundlagen, unermüdlich warnte er vor den gesundheitlichen und sozialen Folgen der Klimakrise.
Wir denken an ihn in tiefer Dankbarkeit, vermissen ihn schmerzlich, werden seinen Mut und seinen Geist in unserer Arbeit weitertragen
