DER BERLINER WASSERRAT lädt ein: am 5. November 2026 ins Haus der Demokratie und Menschenrechte
Wasser ist keine Handelsware, sondern ein unteilbares Menschenrecht und die Basis unseres Lebens. Doch während die Region Berlin-Brandenburg unter fortschreitender Trockenheit leidet und der Grundwasserspiegel sinkt, erleben wir eine beispiellose Welle der Kommerzialisierung: Multinationale Konzerne und Großindustrien sichern sich im großen Stil Zugriff auf unsere schwindenden Reserven, um daraus Profite zu schlagen.
Zu den Beispielen gehören die Übernahme der Brandenburger Urstromquelle durch Red Bull in Baruth/Mark, die Sonderrechte für Teslas Gigafactory in Grünheide, das durch die LEAG in der Lausitz verursachte Kohle-Erbe, der geplante Kupferbergbau in Spremberg sowie der ressourcenintensive Bau neuer Rechenzentren für sogenannte Zukunftsindustrien.
Das Prinzip hinter all diesen Fällen bleibt dasselbe: Die Gewinne werden privatisiert, das Risiko auf die Allgemeinheit abgewälzt. Und es wird noch schwerer werden, diesen Ausverkauf zu stoppen: Nach Berlin plant nun auch die Brandenburger Landesregierung eine Novellierung des Akteneinsichts- und Informationszugangsgesetzes (AIG). Unter dem Deckmantel des „Schutzes kritischer Infrastruktur“ droht eine massive Einschränkung der Informationsfreiheit. Bürgerinitiativen und Umweltverbänden soll der Zugang zu behördlichen Akten erschwert werden – genau den Dokumenten, die wir brauchen, um geheime Wasser-Deals von Großkonzernen aufzudecken und Transparenz und demokratische Kontrolle herzustellen.
Der Berliner Wasserrat lädt Sie/Euch herzlich zu einem Informations- und Diskussionsabend mit strategischem Vernetzungstreffen ein. Wir wollen die Mechanismen der Kommerzialisierung und Privatisierung offenlegen, die Akteure benennen und gemeinsam mit Brandenburger Initiativen und unabhängigen ExpertInnen wirksame Strategien entwickeln, um unser Wasser als Gemeingut gegen diesen Ausverkauf zu verteidigen.
Zum Auftakt zeigen wir den Film „Wassermangel in Brandenburg“ (15 Minuten)
Impulsbeiträge:
- Petra Liesenfeld/ Klaus Axenkopf (Ressourcen-Bündnis Baruth) Red Bull in Baruth – ein Kampf um Wasser und Transparenz
- Manu Hoyer (Bürger-Initiative Grünheide) Tesla Grünheide: Wie ein Weltkonzern die Demokratie austrocknet
- Ece Yildirim-Zimmer (Co-Vorsitz ver.di Landes- & Mitglied Bundesmigrationsausschuss) Aufrüstung statt Daseinsvorsorge: Der Kampf um die Haushalts-Milliarden
- Gerlinde Schermer (Berliner Wassertisch, Ökonomin, MdA a.D.) Geheimsache Wasser: Wie PPP-Verträge das Wasser und unsere Gemeingüter zur Handelsware machen
- Ulrike von Wiesenau (BlackRock-Tribunal, Expertin für direkte Demokratie) Geheimhaltung statt Transparenz: Wie die neuen Informationsfreiheitsgesetze den Ausverkauf der Infrastruktur vorantreiben
Moderation: Dr. Ronald Krüger (Berliner Wassertisch)
Am 5. November 2026, von 19:00-21:00 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4,10405 Berlin